Glossar

Selbstständiges Lernen

Unter selbstständigen Lernen werden Methoden im unterrichtlichen Kontext verstanden, in denen sich SchülerInnen unter Begleitung des pädagogischen Personals

  • ein Lernziel setzen,
  • geeignete Arbeitsmittel auswählen,
  • einen Lernweg erarbeiten,
  • Lernschritte aufeinander aufbauend durchgeführt werden und
  • das Ergebnis erfasst, diskutiert und beurteilt wird.

(vgl. Stübig, Frauke: Selbsttätigkeit als Weg zur Selbstständigkeit – ein Rückblick., In: Strübig, Frauke; in Zusammenarbeit mit Schäfer, Christina: Selbstständiges Lernen in der Schule. Kassel University Press, Kassel 2003, S. 15. – www.uni-kassel.de/…pdf)

Medienkompetenz

Medienkompetenz ist wesentliches Ziel von Medienbildung. In Anlehnung an die Überlegungen von Tulodzieki umfasst Medienkompetenz die Fähigkeit und Bereitschaft,

  • Medienangebote sinnvoll auszuwählen und zu nutzen
    (Medienangebote auffinden, miteinander vergleichen, im Hinblick auf eigene Bedürfnisse und Interessen auswählen und nutzen. Auch technische Kompetenzen wie z. B. die Bedienung von Geräten gehören in diesen Kontext.),
  • eigene Medien zu gestalten und zu verbreiten
    (fiktionale, dokumentarische, experimentelle oder instrumentelle Medienbeiträge – Fotos, Hörbeiträge, Druckerzeugnisse, Videofilme und computer- und netzbasierte Beiträge – herstellen und verbreiten, dabei technische und gestalterische Aspekte berücksichtigen),
  • Mediengestaltungen zu verstehen und zu bewerten
    (die spezifischen Gestaltungsmittel, -formen und -techniken der Medien – Schrift, Bild Ton und so weiter – kennen und in ihrer Wirkungsweise beurteilen, dabei die zugrunde liegenden Gestaltungsabsichten erkennen),
  • Medieneinflüsse zu erkennen und aufzuarbeiten
    (die Wirkungen von Medien und Medienprodukten auf Gefühle, Vorstellungen, Verhaltens- und Wertorientierungen und soziale Zusammenhänge erkennen, verstehen und aufarbeiten können),
  • Bedingungen der Medienproduktion und -verbreitung zu durchschauen und zu beurteilen
    (ökonomische, rechtliche, institutionelle und politische bzw. gesellschaftliche Bedingungen der Medienproduktion und Medienverbreitung durchschauen und beurteilen).

Das „Kompetenzorientierte Konzept für die schulische Medienbildung“ der Länderkonferenz Medienbildung, bietet Anknüpfungspunkte für die weitere Schulentwicklung. Es unterscheidet die folgenden Kompetenzbereiche der schulischen Medienbildung:

  • Information
    (Informationsquellen und ihre spezifischen Merkmale, die Auswahl und Nutzung von Quellen und die Prüfung und Bewertung von Quellen und Informationen)
  • Kommunikation
    (Verantwortungsbewusstsein, Angemessenheit und Adressatenbezug als Leitbegriffe für das Handeln mit Medien erfahren, Kriterien, Merkmale und Strukturen medienbasierter Kommunikation erkennen und grundlegendes Wissen über Kommunikationsbedingungen in der Mediengesellschaft erwerben)
  • Präsentation
    (auf der Grundlage von Kenntnissen verschiedener Präsentationsarten und ihrer Merkmale Präsentationsarten sachgerecht auswählen und dabei medienspezifische Gestaltungsprinzipien berücksichtigen)
  • Produktion
    (Medienproduktion als planvollen Prozess erfahren und Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Gestaltung von Medien und zur Veröffentlichung von Medienproduktionen erwerben)
  • Analyse
    (Orientierung im Medienangebot, Gestaltung, Aussage und Botschaft von Medienangeboten und Bedeutung und Wirkung von Medienangeboten).
  • Mediengesellschaft
    (eigener Mediengebrauch und die Konstruktion der Wirklichkeit durch Medien, Medien als Wirtschaftsfaktor und ihre Rolle und Funktion in Politik und Gesellschaft)

In einem solchen Rahmen geht es insbesondere darum,

  • die Möglichkeiten zeitgemäßer Medien zur Veränderung unserer Lernkultur hin zu einer anschaulicheren, mehrperspektivischen Auseinandersetzung mit Bildungsinhalten zu begreifen und einzulösen.
  • unterschiedliche Zugangsweisen zu Informations‐, Kommunikations-, Interaktions- und Unterhaltungsmedien zu kennen, zu beherrschen sowie selbstbestimmt und verantwortlich zu nutzen, zu strukturieren und zu bewerten.
  • sich für eine Grundversorgung an Information, für einen diskriminierungsfreien Zugang zu Informationen und für informationelle Selbstbestimmung solidarisch einzusetzen.

(übernommen aus dem Positionspapier der GMK Fachgruppe Schule)

Schulische Medienbildung

Medienbildung kann beschrieben werden als ein Prozess,

„in dem der Heranwachsende und der Erwachsene sein ganzes Leben hindurch eine kritische Distanz zu den Medien und ihren Weiterentwicklungen aufbaut und eine Verantwortungshaltung gegenüber den Medien und im Umgang mit ihnen einnimmt. In diesem Kontext wird dann Medienkompetenz zusammen mit anderen Kompetenzen (z.B. Sozial-, Fach- oder Selbstkompetenz) zu einer wesentlichen Voraussetzung für Persönlichkeitsbildung. Wesentlich deshalb weil ohne Medienkompetenz überhaupt keine Bildung möglich ist, weil alle Bildung auf dem repräsentationalen Denken, also auf dem Zeichengebrauch beruht. In diesem Sinne müsste Medienbildung als Teil der Allgemeinbildung gesehen werden“

(Spanhel 2002: Medienkompetenz als Schlüsselbegriff der Medienpädagogik. http://www.mediaculture-online.de/fileadmin/bibliothek/spanhel_medienkompetenz/spanhel_medienkompetenz.pdf, Zugriff: 05.05.2011)

Schulische Medienbildung umfasst in diesem Sinne das Lernen mit und über Medien (Mediendidaktik und Medienerziehung) und orientiert sich in ihren Konzepten an die durch Medien geprägte Aneignung von Bildung der Schülerinnen und Schüler.

Pädagogisches Personal

Das Pädagogischer Personal sind all diejenigen, die innerhalb der Einzelschule an Bildung und Erziehung von Schülerinnen und Schülern mitwirken (Lehrkräfte, Schulsozialarbeiter, Psychologen u.a.).

Bildungspartner

Die außerschulischen Bildungspartner sind Personen oder Institutionen, die mit ihrer medienpädagogischen Expertise die Medienbildungsarbeit an einer Einzelschule oder an mehreren Schulen bereichern. Sie werden kooperativ in Planung, Organisation und Durchführung der Angebote einbezogen und agieren als gleichberechtigte Akteure im Bildungsprozess.

Aufsichts- und Beratungssystem

Als Aufsichts- und Beratungssysteme stehen den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Obere Schulaufsicht), die Staatlichen Schulämter (untere Schulaufsicht) in den Schulamtsbereichen, das Institut für Qualitätsentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern und verschiedene Beratungsnetzwerke (Medienpädagogische Berater, Unterrichts- und Fachberater u.a.) bei allen organisatorischen und inhaltlichen Themen beratend und fördernd zur Seite.

Medienpädagogischer Berater

Die Medienpädagogischen Berater/innen (MPB) sind regionale Ansprechpartner für die medienpädagogische Arbeit an und in Schulen in Mecklenburg-Vorpommern. Das medienpädagogische Beratungsnetz arbeitet dezentral, ist formal an die Staatlichen Schulämter der Schulamtsbereiche angebunden und werden über das IQMV koordiniert.

 
Landesarbeitsgemeinschaft Medien M-V

Landesarbeitsgemeinschaft Medien M-V

Die Landesarbeitsgemeinschaft Medien Mecklenburg-Vorpommern e. V. versteht sich als Fachverband für Medienbildung und -kultur und vertritt den Zielen nach die Interessen von Akteuren der Medienbildung, Medienpädagogik, Medienproduktion, der Medienforschung und -wissenschaft in M-V. www.lagmedien.inmv.de
Schulische Medienbildung in MV

Schulische Medienbildung in MV

Der Schulversuch „Schulische Medienbildung in M-V“ hat in drei Schuljahren an neun Schulen im Land Mecklenburg-Vorpommern medienpädagogisches Arbeiten angeregt, ausprobiert, fest verankert, dokumentiert und zur Nachnutzung für alle Schulen des Landes aufbereitet.  jugend.inmv.de/medienundschule
Medienprojekte-Datenbank

Medienprojekte-Datenbank

Die Datenbank dokumentiert Medienprojekte, die im Schulversuch "Schulische Medienbildung in Mecklenburg-Vorpommern" an mindestens einer der neun beteiligten Schulen erfolgreich gelaufen sind. jugend.inmv.de/medienprojekte