Vorwort

„Die Wissensgesellschaft der Zukunft ist eine Kompetenzgesellschaft, Kompetenzentwicklung folglich ein entscheidender Schlüssel zur Zukunft.“ (John Erpenbeck)

Warum Medienbildung wichtig ist!

Es gibt triftige Gründe, um Medienbildung zu thematisieren und das eigene Schulprogramm auf diesen Bildungsauftrag auszurichten. Warum? Tatsächlich stehen Schulen vor der Herausforderung, sich den Notwendigkeiten der Wissensgesellschaft pädagogisch zu nähern. Dass diese unsere Schulen „überfällt“, liegt an der rasanten Entwicklung der Technologien. Wir können es nicht unterlassen, an die gesellschaftlichen Veränderungen anzuknüpfen und die Kinder und Jugendlichen auf eine darauf bezogene Zukunft vorzubereiten. Es nicht zu tun, geht nicht.

Die Lebenswelt der Heranwachsenden ist bereits von Medien- und Netztechnologien und dem darauf basierenden Medienhandeln durchdrungen. Dieses dominiert immer mehr das Freizeitverhalten unserer Kinder und Jugendlichen. Wegen der Medienabstinenz in der Schule tanken diese ihre Medienbedürfnisse in schulfreier Zeit auf. Andere Interessen stehen diesen Bedürfnissen nach. Schon aus diesem Grunde muss sich die Schule gedrängt sehen, Medienhandeln auch in Lernarrangements zu ermöglichen. Die Schüler könnten an bereits gesammelte Erfahrungen „andocken“ und damit selbstständigen Lernarrangements Vorschub leisten.

Was die Schule machen kann!

Die Antworten auf diese Ausgangslage liegen in der Konzeption von unterrichtlichen Lernarrangements, die eine Lernkultur ermöglichen, die den Schüler in das Zentrum rückt und ihn zum eigenen Regisseur des Lernens macht. Es ist wahr! Selbstständiges Lernen ist meist aktives Medienhandeln. Medienbildung ergibt sich in diesem Zusammenhang als „Nebenprodukt“ des selbstständigen Lernens, ist aber gleichzeitig dessen Grundlage. In diesem reziproken Verhältnis begründet sich die Bedeutung von Medienbildung.

Was die Schule heute ist!

Die Schule bietet den ihr anvertrauten Schülerinnen und Schülern weniger herausfordernde Lernumgebungen, sondern stattdessen vor allem vorgeplanten Unterricht. Heutiges Lernen basiert noch allzu oft auf Reproduktion oder der passiver Aneignung und versteht sich noch viel zu selten als Kultur des eigenständigen Erprobens, des kreativen Entwickelns und Gestaltens, des forschenden Explorierens und Entdeckens und des gemeinsamen Verständigens. Es muss in der Schule darum gehen, Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung so zu fördern, dass alle die Chance haben, individuelle Potenziale auszubauen (Herzig/Grafe, 2008). Lehrerinnen und Lehrer sollten zu Begleitern werden und sich individuellen Lernzielen widmen.

Medienbildung braucht heute keine Extras!

Selbstständiges Lernen braucht aber Medienkompetenz!

Eine Schule, die Medienbildung thematisiert, konkretisiert eine Lernkultur, die das selbstständige Lernen fördert. Da Arrangements zu diesem Zweck Medien- und Netztechnologie einschließen, ist zu Recht die Annahme erlaubt, dass damit auch Medienkompetenz in den Blick genommen werden kann bzw. muss. Selbstständiges Lernen ist auch für die Schülerinnen und Schüler voraussetzungsreich. Eine Voraussetzung ist Medienkompetenz. Mittlerweile wird diese Kompetenz als zentral beschrieben, denn mit ihr steht und fällt die Lerntätigkeit in einem schülerorientierten Lernsetting. Lernende müssen in der Lage sein, sich bietende Medienangebote sinnvoll auszuwählen und zu nutzen. Es geht um mediale Produkte, Werkzeuge und Kommunikationsdienste, die bewusst im Sinne verschiedener Funktionen zu nutzen sind. Eigene Medien sind zu gestalten und zu verbreiten, um auf diese Weise eigene Aussagen medial zu vermitteln. In den Lernumgebungen sollen Schüler in die Lage versetzt werden, Medien zu verstehen und zu bewerten. Bei deren Nutzung erkennen sie Einflüsse und setzen sich damit konstruktiv auseinander. Durch das selbstständige Lernen in medien- und netzbasierten Lernarrangements werden das Selbstkonzept gefördert und Fehlverhalten und Sucht verhindert bzw. eingedämmt. Was hält uns auf?

Warum ein Audit?

Das vorliegende Audit bietet Schulen Anregung und Orientierung, um Medienerziehung als Teil ihrer schulischen Bildungs- und Erziehungsarbeit verstehen. Es ist zum einen ein Qualitätsrahmen, der die Grundlage für ein dialogorientiertes Verfahren zur Selbstbewertung („Wo stehen wir eigentlich mit unserer Medienbildung?“) darstellt. Durch diese Form der Selbstprüfung kann der Entwicklungstand eingeschätzt und dann gezielt fortentwickelt werden.

Das Audit bündelt die Erfahrungen aus dem Schulversuch „Schulische Medienbildung in MV“.

 
Landesarbeitsgemeinschaft Medien M-V

Landesarbeitsgemeinschaft Medien M-V

Die Landesarbeitsgemeinschaft Medien Mecklenburg-Vorpommern e. V. versteht sich als Fachverband für Medienbildung und -kultur und vertritt den Zielen nach die Interessen von Akteuren der Medienbildung, Medienpädagogik, Medienproduktion, der Medienforschung und -wissenschaft in M-V. www.lagmedien.inmv.de
Schulische Medienbildung in MV

Schulische Medienbildung in MV

Der Schulversuch „Schulische Medienbildung in M-V“ hat in drei Schuljahren an neun Schulen im Land Mecklenburg-Vorpommern medienpädagogisches Arbeiten angeregt, ausprobiert, fest verankert, dokumentiert und zur Nachnutzung für alle Schulen des Landes aufbereitet.  jugend.inmv.de/medienundschule
Medienprojekte-Datenbank

Medienprojekte-Datenbank

Die Datenbank dokumentiert Medienprojekte, die im Schulversuch "Schulische Medienbildung in Mecklenburg-Vorpommern" an mindestens einer der neun beteiligten Schulen erfolgreich gelaufen sind. jugend.inmv.de/medienprojekte