Konzept

Der Schulversuch „Auf dem Weg zur Medienschule – Bildungspartnerschaftliche Schulentwicklung durch Audifizierung“ soll im Rahmen eines Schulentwicklungsprozesses Schulen unterstützen, ein nachhaltig wirkendes Medienbildungsprofil zu entwickeln, die daraus abgeleitete Veränderung von Unterricht begleiten, die Öffnung der Schule für selbstbestimmtes, bildungspartnerschaftliches Lernen vorantreiben sowie die Medienkompetenzentwicklung von SchülerInnen und LehrerInnen fördern. Eine Schule, die Medienbildung anstrebt, fördert eine Lernkultur, die das selbständige, selbstorganisierte und selbstbestimmte Lernen unterstützt. Ergebnis des Schulversuches ist grundlegendes Steuerungswissen für eine zeitgemäße Schul- und Unterrichtsentwicklung aller Schulen des Landes. Um dieses Ziel zu erreichen, werden in kooperativer Netzwerkarbeit zwischen den Lehrkräften, den Schulleitungen und Bildungspartnern an den beteiligten Versuchsschulen Unterrichts- und Schulentwicklungsprozesse durch eine Stärkung medienerzieherischer und mediendidaktischer Kompetenzen initiiert und begleitet. Nimmt man das Konzept der selbständigen Schule zum Ausgangspunkt, so wird deutlich, dass diese Entwicklung von der Schule als selbständiges und offenes System generiert und getragen werden muss. Für die Umsetzung bedarf es daher der Öffnung der Schulen, der Zusammenarbeit mit Bildungspartnern und der Partizipation eines medienpädagogisch geschulten Kollegiums sowie der SchülerInnen.

Daraus ergeben sich folgende Arbeitsschwerpunkte

  1. Die Einführung und praktische Erprobung eines zentralen Instrumentes der Qualitätsentwicklung für schulische Medienbildung in Form eines Audit-Verfahrens ‚Auf dem Weg zur Medienschule’ (innovatives  Verfahren der Qualitätsmessung und -entwicklung in Form eines Kriterien- und Handlungskatalogs), das selbstständig mit Hilfe eines internen und externen Auditorenteams von den Schulen durchgeführt wird.
  2.  Kooperation mit unterschiedlichen Bildungspartnern auf verschiedenen Ebenen zur Förderung von Medienbildungsstandards an den Versuchsschulen
  3. Die Weiterentwicklung und Erprobung eines Lehrerfortbildungskonzeptes für die dritte Phase der Lehrerbildung und die Erarbeitung adäquater Empfehlungen für die 2. Phase (hier unter besonderer Berücksichtigung und in Kooperation mit Studienleitern und Mentoren als Multiplikatoren)

Erwartete Ergebnisse

  • Das Audit ‚Auf dem Weg zur Medienschule’ ist erprobt und steht als Instrument der Qualitätsentwicklung allen Schulen in M-V zur Verfügung.
  • Die Bedeutung medienpädagogischer Bildungspartnerschaften ist erkannt und diese werden selbstverständlich in den schulischen Alltag eingebunden.
  • Aus der gemeinsamen Arbeit mit den Schulen, die sich dem Audifizierungsprozess unterzogen haben, können konkrete Bedarfe medienpädagogischer Lehreraus- und -fortbildung abgeleitet werden.
  •  Medienbildung als mehrdimensionale pädagogische Zielgröße und Schlüsselkompetenz der Gegenwart wird in der Schule (Fach- und Wahl-Unterricht, Projekte, Ganztagsangebote, Kommunikation, Weiterbildung etc.) umgesetzt.
  • In den audifizierten Schulen finden sich die Leitthemen und Aufgaben, die im Rahmenplan ‚Medienerziehung’ beschrieben sind in schulspezifischer Form wieder. Ihr Einfluss auf  die Unterrichtsgestaltung, das Schulprogramm, die Kommunikations- und Kooperationskultur, die Fortbildungskonzepte sowie die Ergebnisdarstellung wird dokumentiert.

 

Instrumente und Ressourcen

 

Audit „Auf dem Weg zur Medienschule“

Das Audit („Audit“ kommt von lat. audire: (an)hören) unterstützt Pädagoginnen und Pädagogen dabei, im Dialog miteinander und mit Unterstützung durch externe Partner („Auditoren“) die Qualität ihrer Medienbildung kontinuierlich zu verbessern. Das Herzstück des Audits ist ein Indikatorenkatalog, in dem mit Hilfe von Leitsätzen gelingende Medienbildung an Schulen in sieben Qualitätsfeldern beschrieben wird. Dazugehörigen Indikatoren und mögliche Nachweise und Maßnahmen helfen, die allgemeinen Leitsätze ganz konkret in gelingende Medienbildung an Schule umzusetzten.

Diese sieben Qualitätsfelder sind:

  1. Schulisches Lernen
  2. Transparenz
  3. Kooperation
  4. Steuerung und Organisation
  5. Qualifikation
  6. Schulprogramm
  7. Rahmenbedingungen und Finanzierung

In einem begleiteten und vorstrukturiertem Audifizierungsverfahren untersuchen die beteilgiten Versuchsschulen zunächst in einem ersten Schritt, dem Selbstbewertungsphase, die vorhandenen Strukturen, Ansätze und Inhalte zur Gestaltung von Medienbildung. Aus diesen Ergebnissen leiten die Pädagog_innen konkrete Maßnahmen ab, um Medienbildung innerhalb eines fest gelegten Zeitraumes weiterzuentwickeln. Am Ende dieses Zeitraumes werden die Maßnahmen mit Hilfe eines externen Audifizierungsteams untersucht und Beratungs- und Entwicklungsgespräche werden geführt. Der Ablauf des Auditverfahrens entspricht einem Qualitätszirkel. Die drei Schritte – Selbstbewertungsworkshop, Maßnahmenplanung und Beratungs- und Entwicklungsgespräche, wiederholen sich regelmäßig und sind miteinander verzahnt.

 

Website und Datenbank

Die Website des Schulversuchs „Auf dem Weg zur Medienschule – Bildungspartnerschaftliche Schulentwicklung durch Audifizierung“ dient allen Beteiligten und Interessierten als Informations- und Kommunikationsportal. Auf ihr werden alle Akteure, Inhalte, Termine und Projekte vor- und zur Dikussion gestellt. Gleichzeitig wird die Website zukünftig ein Evaluationstool für die Selbstbewertung von Schulen auf der Grundlage des Audits „Auf dem Weg zur Medienschule“ anbieten. Auf der Projektdatenbank können Pädagog_innen aus einer Vielzahl von bereits durchgeführten und evaluierten Projekten in unterschiedlichen Schulformen, Klassenstufen, Medienarten etc. auswählen und die detaillierten Konzepte einsehen.

 

Entwicklung von Fortbildungsmodulen und -angeboten

Um den aktuellen Bedürfnissen von Pädagog_innen gerecht zu werden, soll im Verlauf des Schulversuches ein modularisiertes Fortbildungskonzept für Lehrer_innen an allgemeinbildenden Schulen und für medienpädagogische Bildungspartner erstellt werden. Dieses soll sowohl in theoretische Grundlagen, in die praktische und handlungsorientierte medienpädagogsiche Arbeit als auch in die Mediendidaktik einführen. Besonders wichtig dabei ist, die Wünsche der Pädagog_innen und aktuelle Tendenzen und Entwicklungen der Medien- und Wissensgesellschaft aufzunehmen und produktiv zu bearbeiten.

 

Beratung aus erster Hand

Während des Audifizierungsprozesses können die beteiligten Versuchsschulen auf ein dichtes und partnerschaftliches Beratungsnetzwerk zurückgreifen. Dieses unterstützt zusätzlich ganz konkret bei der Entwicklung und Durchführung von Projekten. Das Netzwerk besteht vor allem aus den Medienpädagogischen Beratern der Staatlichen Schulämter Mecklenburg-Vorpommerns, vier Regionalkoordinatoren (vor allem zur Kooperation mit außerschulischen Medienpartnern), der Projektleitung- und koordination des Schulversuches und aus einer Vielzahl medienpädgogischer Einrichtungen des Landes.

 


 

 

 
Landesarbeitsgemeinschaft Medien M-V

Landesarbeitsgemeinschaft Medien M-V

Die Landesarbeitsgemeinschaft Medien Mecklenburg-Vorpommern e. V. versteht sich als Fachverband für Medienbildung und -kultur und vertritt den Zielen nach die Interessen von Akteuren der Medienbildung, Medienpädagogik, Medienproduktion, der Medienforschung und -wissenschaft in M-V. www.lagmedien.inmv.de
Schulische Medienbildung in MV

Schulische Medienbildung in MV

Der Schulversuch „Schulische Medienbildung in M-V“ hat in drei Schuljahren an neun Schulen im Land Mecklenburg-Vorpommern medienpädagogisches Arbeiten angeregt, ausprobiert, fest verankert, dokumentiert und zur Nachnutzung für alle Schulen des Landes aufbereitet.  jugend.inmv.de/medienundschule
Medienprojekte-Datenbank

Medienprojekte-Datenbank

Die Datenbank dokumentiert Medienprojekte, die im Schulversuch "Schulische Medienbildung in Mecklenburg-Vorpommern" an mindestens einer der neun beteiligten Schulen erfolgreich gelaufen sind. jugend.inmv.de/medienprojekte